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Ochsenbraten mit Bratkartoffeln

...den besten Ochsenbraten, den es für Geld zu kaufen gibt...

letztes Jahr fand in dem Ort aus dem ich komme das traditionelle Ochsenrennen statt. Todesmutige junge Männer ziehen sich 4 Jahre Ochsen heran und es gibt ein Gallopprennen. Mit Vorläufen und Halbfinale und Finale. Mein Bruder war als Jockey am Start und verpasste das Finale nur ganz knapp. Sein Ochse war einfach zu nett wie ich glaube. Vielleicht hat er das mit dem „als Erster ankommen“ nicht ganz verstanden...was weiss man was so ein Ochs sich denkt.
Beim Trainieren jedenfalls hat er sich immer hingelegt und da war dann nix mehr zu machen. Der is erst wieder heim wenn er Hunger hatte...
Jedenfalls war es mit Sicherheit der schönste Ochse der da war. Ein mächtiger Schädel, wunderschöne braune Augen, die jedes Mädel in „mei is der süß“- Ausrufe ausbrechen liessen und ein Färbung wie ein Teddybär- ach was der war ein Teddybär! ... Wer sich überzeugen will: www.ochsenrennen.de / Sir Mugl...

Na aber das Leben eines Ochsen richtet sich für den Landwirt nun mal nach dem Kilopreis und da das mit das allerbeste Fleisch ist, das man kriegen kann musste auch Sir Mugl schlussendlich in die Kochtöpfe wandern....zumindest hatte er bis dahin ein wirklich schönes Leben.

Natürlich hat uns das etwas traurig gemacht und drum haben wir auch ein halbes Jahr gewartet, aber nun meine Damen und Herren, legen wir los, es gibt ihn endlich: Den langersehnten Ochsenbraten mit Bratkartoffeln

Also man braucht:

Ochsenbraten, soviel wir man eben braucht und zwar an einem Stück. Ein Brocken sozusagen.
Salz, Pfeffer
Schinken, am Besten Wachholder- oder Farmlandschinken
Senf
Karotten
Sellerie
Lauch
Petersiliewurzel
Zwiebeln
Bisschen Tomatenmark
1 EL Mehl
Rindssuppe zum Aufgießen
½ Bund Petersilie;
Küchengarn

Zubereitung:
Die Karotten, Sellerie, Karotten und Petersilwurzel waschen, schälen und in kleine Würfel schneiden. Lauch waschen und in feine Ringe schneiden, Zwiebel schälen und fein hacken. Das Fleisch längs zur Faser zu einer dünnen Platte aufschneiden, mit Salz und Pfeffer würzen, den Senf darauf streichen, mit Schinkenscheiben belegen und wieder zusammenrollen. Den Braten mit Küchengarn binden und auch außen mit Salz und Pfeffer würzen.
Das Öl in einer Bratpfanne erhitzen, Fleisch einlegen und kräftig (schön braun, das gibt den Geschmack) anbraten. Aus der Pfanne nehmen und warm stellen.
Im Bratenrückstand Zwiebel, Lauch, Wurzelwerk, Mehl und Paradeisermark hell anrösten. Den Braten wieder einlegen, mit Rindssuppe aufgießen und im vorgeheizten Rohr bei 180°C - unter öfterem Begießen - ca. 70 Minuten braten.
Aus der Pfanne nehmen, entspannen lassen und dann erst den Garn entfernen.
Den Saft einkochen lassen. Den Braten in Scheiben schneiden, mit dem Saft anrichten und mit gehackter Petersilie garniert auftischen.
Dazu haben wir Bratkartoffeln gemacht. Das Rezept hab ich - einem Koch auf der Wiesn in der Pschorr-Bräu-Rosl nach der 3. Mass entlockt.
Wer kennt nämlich nicht das Problem mit den Bratkartoffeln? Sie sind nie knusprig genug, immer lätschert und bestenfalls mit Ketchup zu geniessen - so wars bei mir bisher jedenfalls immer.

Aber jetzt naht Hilfe - das Rezept:

Man nehme Kartoffeln, am besten festkochend, aber nicht so wichtig. Die werden gekocht, dann abkühlen lassen, aber ganz, gern auch im Kühlschrank.
In Scheiben schneiden. In einer Pfanne Palmin (nicht zu wenig*) heiß werden lassen, die Kartoffeln zugeben. Salzen, Pfeffern. Wenn das Palmin aufgesogen, dann kommt noch Butter dazu, dann werden sie schön braun.

Das Wichtigste ist- hier sind stahlharte Nerven gefragt - nicht zu schnell wenden. Wenn genug Fett drin ist brennen sie nicht an.

Also warten und warten und warten und dann umdrehen. Mehr oder weniger wie beim Grillen das Fleisch am besten nur einmal, aber man muss es nicht so genau nehmen, wenn man noch kein Gefühl hat. Am Schluss die Zwiebeln dazu. Und Schnittlauch und Petersilie und noch mal schön durchwenden.

Das Problem ist bei Bratkartoffeln wahrscheinlich- so wie bei uns die Größe der Pfanne, also lieber auf 2 mal machen. Beim 2.mal hat man dann auch schon mehr Gefühl.

*an meine Oma Hertha denken: „Nickerle, wenn ma herzhaft kocht, dann muas ma a herzhaft kochn“ heisst Butter rein.

Wenn man will kann man natürlich auch Speck reintun.

Nitschko

 

   
 
 
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